Derzeit gibt es 48 EU-Agenturen in über 22 EU-Mitgliedstaaten. Mehr denn je stehen die EU-Agenturen für die Lösung europäischer Probleme und für die Förderung der europäischen Integration. Ein meist vernachlässigtes Merkmal der EU-Agenturen ist die wachsende Beteiligung von Drittländern an EU-Agenturen als eine Form der differenzierten europäischen Integration nach außen. Gegenwärtig ist die Türkei nur an zwei von 34 leistungsfähigen dezentralen EU-Agenturen mit Regulierungsbefugnissen voll beteiligt: an der Europäischen Umweltagentur (EEA) und an der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA).
Da es keine einheitliche Regelung für die systematische Beteiligung von Drittländern an EU-Agenturen gibt, geht dieses Projekt der folgenden Frage nach: Ob, in welchen Politikbereichen und unter welchen Bedingungen könnte die (verstärkte) Beteiligung der Türkei an EU-Agenturen als einer der EU-Mitgliedschaftsersatzmechanismen als eine Form der externen Differenzierung genutzt werden? Ausgehend von den aktuellen türkischen Erfahrungen (EEA und EMCDDA) wird dieses Projekt die langjährigen Erfahrungen der Schweiz (EFTA) und Norwegens (EEA) mit EU-Agenturen sowie die sich entwickelnden neuen Formen der Zusammenarbeit des Vereinigten Königreichs in Politikbereichen von besonderer Bedeutung für die Beziehungen zwischen der EU und der Türkei (z.B. Migration, Sicherheit und Energie) untersuchen.
Dieses Projekt wird den dynamischen und flexiblen Charakter der Zusammenarbeit durch EU-Agenturen als potenziell wertvollen Vorteil für die Türkei und die EU angesichts des oft sehr langen und ungewissen Weges zur EU-Mitgliedschaft untersuchen – inmitten einer anhaltenden Erweiterungsmüdigkeit in den EU-Mitgliedstaaten.
Publikationen
Unten finden Sie Veröffentlichungen von Lehrstuhlmitgliedern, die das Thema der Beziehungen zwischen EU-Agenturen und der Türkei behandeln. Klicken Sie auf das Cover, um mehr über die Veröffentlichung zu erfahren.